20er Jahre Herren


In den 20er Jahren erfreuten sich Kniebundhosen wie die Knickerbocker einer großen Beliebtheit. Getragen wurden sie dabei längst nicht mehr nur zu sportlichen Aktivitäten, sondern immer häufiger auch im Alltag. Der Grund: Sie boten viel Beinfreiheit und somit einen äußerst angenehmen Tragekomfort. Dadurch, dass sie auf der natürlichen Taille saßen, verlängerten sie die Beine optisch, was damals vielen Männern gut gefiel. Ganz dem Vorbild aus den 20er-Jahren entsprechend werden auch heute noch Knickerbocker produziert. Gerade für den Golfsport lassen sich viele Herren ihre Knickerbocker sogar maßanfertigen. Dabei greift man nicht selten auf die Originalschnitte aus den Zwanzigern zurück.

Zu förmlichen Anlässen war lange der sogenannte, steife Cutaway in Mode: Ein Anzugtyp, der aus dem Gehrock entwickelt wurde, bei dem jedoch abgeschnittene Ecken für den Namen sorgten. Im Jahr 1925 kam ein neuer Anzug auf: der Stresemann. Benannt war er nach Reichskanzler und Außenminister Gustav Stresemann, der ihm am 1. Dezember 1925 zur Unterzeichnung der Verträge von Locarno trug. Den Stresemann machte ein schwarzes Sakko (einreihige Knöpfe) mit einer grauen Weste aus. Der Schnitt betont die füllige Brust- und Rückenpartie sowie eine schmale Taillierung. Dazu trug Mann eine Hose mit feinen Streifen, eine graue oder helle Krawatte und Hut.

Die Mode zur glamourösen Party am Abend war vom dunklen Smoking oder Frack beherrscht. Dazu trug Mann Krawatte und Gamasche. Das neue Trendaccessoire war die Armbanduhr, die die bisher angesagte Taschenuhr ersetzte. Der Zylinder war in der Abendmode ebenso noch präsent.