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50er Jahre Frisuren – Rockabilly, Pin-up und Hollywood-Glamour

Was macht 50er-Jahre-Frisuren so besonders?

Die 1950er Jahre waren das Jahrzehnt, in dem Frisuren zur Kunstform wurden. Hollywood-Stars wie Marilyn Monroe, Audrey Hepburn und Elizabeth Taylor prägten Looks, die bis heute kopiert werden. Gleichzeitig brachte die Rock'n'Roll-Bewegung um Elvis Presley und James Dean völlig neue Herrenfrisuren auf die Straße.

Was 50er-Frisuren von anderen Retro-Looks unterscheidet: Sie setzen auf Volumen, Struktur und Perfektion. Locken wurden sorgfältig gelegt, Tollen millimetergenau pomadisiert, Hochsteckfrisuren architektonisch aufgebaut. Das Ergebnis war immer glamourös — egal ob für den Alltag oder den großen Auftritt.

Welche Frisur trug man in den 50er Jahren? Bei Frauen dominierten weiche Locken, aufwändige Hochsteckfrisuren und der ikonische Pin-up-Look mit Victory Rolls. Männer trugen Pompadour, Slick Back oder den rebellischen Duck Tail. Gemeinsam war allen Looks: Ohne Haarspray, Pomade und Geduld ging gar nichts.

Die 10 schönsten 50er-Jahre-Frisuren für Damen

1. Marilyn-Monroe-Wellen — der Hollywood-Klassiker

Kurze bis mittellange, weiche Locken, seitlich gescheitelt und leicht über die Stirn fallend — Marilyns Signature-Look ist der Inbegriff von 50er-Glamour. Der Trick liegt im Volumen: Die Haare werden über große Lockenwickler (mindestens 3 cm Durchmesser) gedreht und nach dem Auskühlen mit den Fingern in Form gebracht, nicht gebürstet.

So geht's: Gewaschenes, handtuchtrockenes Haar auf große Wickler drehen. Unter einer Trockenhaube oder an der Luft komplett trocknen lassen. Wickler vorsichtig entfernen, Locken mit den Fingern lockern und mit Haarspray fixieren. Seitenscheitel ziehen und die Stirnpartie mit einer Wellenklammer in Form legen.

Passt zu: Cocktailkleider, Abendkleider, elegante Anlässe. Am besten kombiniert mit einem 50er-Jahre-Kleid in Rot oder Schwarz.

2. Victory Rolls — der Pin-up-Signature-Look

Victory Rolls sind das Markenzeichen der Pin-up-Ästhetik: Haarpartien werden an den Seiten zu festen, stehenden Röllchen eingedreht. Der Look stammt ursprünglich aus den 1940er Jahren, wurde aber in den 50ern zum festen Bestandteil der Rockabilly-Szene.

So geht's: Eine Haarsträhne am Oberkopf abtrennen (etwa 5 cm breit). Die Strähne mit einem Stielkamm toupieren, dann straff um den eigenen Finger oder einen Rattenschwanzkamm nach innen einrollen. Mit Bobby Pins von unten fixieren — mindestens 3-4 Pins pro Rolle. Auf der anderen Seite wiederholen. Den Rest der Haare offen lassen oder zu einem niedrigen Pferdeschwanz binden.

Wichtig: Victory Rolls brauchen Übung. Beim ersten Versuch mindestens 30 Minuten einplanen. Texturspray vor dem Einrollen gibt mehr Halt als Haarspray allein.

Passt zu: Rockabilly-Kleider, Polka-Dot-Outfits, Pin-up-Fotoshootings.

3. Der Pferdeschwanz mit Bandana

Der lässigste aller 50er-Looks: Ein hoher Pferdeschwanz mit leicht gelockten Spitzen und ein Bandana als Haarband. Schnell gemacht, alltagstauglich und trotzdem unverkennbar Fifties. Die Variante für alle, die keine 45 Minuten vor dem Spiegel stehen wollen.

So geht's: Haare zu einem hohen Pferdeschwanz binden. Spitzen mit dem Lockenstab in große Locken drehen. Ein Bandana zum Dreieck falten, als Haarband um den Kopf binden und oben mit einem kleinen Knoten fixieren — Knoten nach oben oder seitlich, nicht hinten.

Passt zu: Jeans mit Aufschlag, Karohemden, Petticoat-Kleider für den lässigen Rockabilly-Alltag.

4. Audrey-Hepburn-Hochsteckfrisur

Inspiriert von Audrey Hepburn in „Frühstück bei Tiffany" (1961, stilistisch aber noch ganz in der 50er-Tradition): Ein eleganter hoher Dutt mit einzelnen losen Strähnen, die das Gesicht umrahmen. Weniger voluminös als die Marilyn-Wellen, dafür raffinierter und zeitloser.

So geht's: Haare zu einem hohen Pferdeschwanz binden. Den Schwanz locker um das Haargummi wickeln und mit Bobby Pins feststecken. Einzelne Strähnen an den Schläfen und im Nacken herausziehen und mit dem Lockenstab leicht wellen. Mit Haarspray fixieren. Optional: Eine Tiara oder Perlenhaarspange als Schmuck.

Passt zu: Festliche Anlässe, Hochzeiten, Galas. Perfekt mit einem Vintage-Abendkleid.

5. Pin Curls — die klassischen 50er-Locken

Pin Curls sind die Basis vieler 50er-Frisuren. Kleine Haarsträhnen werden nass um den Finger gewickelt, flach am Kopf mit Klammern fixiert und über Nacht getrocknet. Das Ergebnis: Definierte, gleichmäßige Locken mit viel Sprungkraft — ganz ohne Hitze.

So geht's: Feuchtes Haar in kleine Strähnen (etwa 2-3 cm) aufteilen. Jede Strähne um den Zeigefinger wickeln und flach am Kopf mit einem Clip oder einer Bobby Pin befestigen. Über Nacht trocknen lassen. Am Morgen alle Clips entfernen und die Locken vorsichtig mit den Fingern auseinander ziehen — nicht bürsten, sonst gibt es Frizz.

Vorteil: Komplett hitzefrei und besonders haarschonend. Perfekt für feines Haar, das Hitze schlecht verträgt.

6. Der Bumper Bang — die Retro-Tolle für Damen

Eine einzelne, üppige Rolle über der Stirn — der Bumper Bang ist die Damen-Variante der Elvis-Tolle. Die Stirnpartie wird toupiert, nach hinten gerollt und zu einer voluminösen Welle geformt. Der Rest der Haare bleibt offen oder wird zum Pferdeschwanz gebunden.

So geht's: Die Stirnpartie (etwa 8-10 cm breit) abtrennen. Kräftig toupieren, dann über einen Rattenschwanzkamm nach hinten rollen. Mit Bobby Pins fixieren. Die Rolle sollte wie eine Welle über der Stirn stehen, nicht flach anliegen.

7. Rockabella-Locken mit Haarreif

Offene, voluminöse Locken kombiniert mit einem breiten Haarreif oder Kopftuch — der Look der klassischen Rockabella. Weniger aufwändig als Victory Rolls, aber genauso ausdrucksstark. Der Haarreif hält die Haare aus dem Gesicht und setzt gleichzeitig ein modisches Statement.

Passt zu: Alltagstauglicher Rockabilly-Look, Rockabilly-Outfits für Festivals und Konzerte.

8. Der Side-Swept-Bob

Für kurze Haare: Ein kinnlanger Bob mit tiefem Seitenscheitel und einer dramatischen Welle, die über eine Seite fällt. Erinnert an die Film-Noir-Heldinnen der späten 40er und frühen 50er. Funktioniert am besten mit glattem bis leicht welligem Haar.

So geht's: Tiefen Seitenscheitel ziehen. Die längere Seite mit dem Glätteisen in eine große S-Welle formen. Mit Haarklammern in Form halten, bis die Welle abgekühlt ist. Klammern entfernen und mit Glanzspray fixieren.

9. Die Wasserwelle (Marcel Wave)

Die Wasserwelle ist eigentlich ein Look der 1920er und 30er Jahre, erlebte aber in den 50ern ein Revival — besonders für formelle Anlässe. Flache, gleichmäßige Wellen, die wie Wasser über den Kopf zu fließen scheinen. Der anspruchsvollste Look auf dieser Liste, aber auch der glamouröseste.

So geht's: Nasses Haar mit Schaumfestiger bearbeiten. Mit einem Stielkamm S-förmige Wellen legen und jede Welle mit langen Klammern fixieren. Komplett trocknen lassen (mindestens 2-3 Stunden). Klammern entfernen und mit Haarspray fixieren. Alternativ: Ein Welleneisen verwenden, das geht schneller, gibt aber weniger Definition.

10. Moderne 50er-Interpretationen — alltagstauglich

Nicht jeder will mit Victory Rolls ins Büro. Moderne Varianten der 50er-Frisur setzen auf subtile Retro-Elemente: Ein tiefer Seitenscheitel mit einer weichen Welle, ein lässiger Pferdeschwanz mit Haarband, oder einfach voluminöse Locken mit dem Föhn und einer Rundbürste. Der 50er-Touch kommt durch Volumen am Ansatz und definierte Wellen — nicht durch aufwändige Konstruktionen.

50er-Jahre-Frisuren für Herren

Die Pompadour — die Elvis-Tolle

Seitlich kurz, oben lang und mit Pomade nach hinten und oben gestylt — der Rockabilly-Klassiker schlechthin. Elvis machte sie berühmt, Johnny Cash trug sie auf der Bühne, und James Dean gab ihr den rebellischen Touch. Die Pompadour funktioniert am besten mit dickerem Haar und einer Länge von mindestens 10 cm am Oberkopf.

So geht's: Haare waschen und handtuchtrocken föhnen. Eine kleine Menge Pomade (erbsengroß) in den Handflächen verteilen. Die Seiten nach hinten kämmen. Das Deckhaar nach oben und hinten föhnen, dabei mit einem Kamm die Höhe aufbauen. Mit dem Stielkamm die Form nacharbeiten und mit Haarspray fixieren.

Welche Pomade? Für Anfänger: Wasserlösliche Pomade (lässt sich leicht auswaschen). Für Authentizität: Ölbasierte Pomade (mehr Glanz, hält besser, braucht aber spezielles Shampoo zum Entfernen).

Der Slick Back

Komplett nach hinten gekämmtes Haar mit starkem Glanz — der seriösere Bruder der Pompadour. War in den 50ern der Standard-Look für Geschäftsmänner und Film-Stars wie Cary Grant. Weniger rebellisch als die Tolle, dafür zeitloser und im Alltag tragbarer.

Der Flat Top

Militärisch kurz an den Seiten, oben flach und gerade geschnitten — der Look der amerikanischen College-Jungs und GIs der 50er. Braucht regelmäßige Pflege beim Friseur, ist dafür aber extrem pflegeleicht im Alltag.

Der Duck Tail (D.A.)

Die Haare werden an den Seiten nach hinten gekämmt und treffen sich in der Mitte des Hinterkopfs in einer Linie — wie der Schwanz einer Ente. War in den 50ern der Look der Rebels und Greasers. Funktioniert am besten in Kombination mit einer leichten Tolle vorn.

Styling-Tipps: So gelingen 50er-Frisuren zu Hause

Pomade, Gel oder Haarspray?

Pomade ist das authentischste Produkt der 50er. Sie gibt Glanz und Halt, ohne das Haar zu verkleben. Für Damen-Frisuren wie Victory Rolls eher weniger geeignet — hier ist Haarspray (mittlerer bis starker Halt) die bessere Wahl. Gel trocknet zu hart aus und sieht bei Retro-Frisuren unnatürlich aus — besser meiden.

Lockenwickler — die geheime Waffe

Große Lockenwickler (3-4 cm) für weiche Hollywood-Wellen, kleine Wickler (1-2 cm) für definierte Pin Curls. Am besten über Nacht einwirken lassen — das gibt den besten Halt ohne Hitze. Schaumstoff-Wickler sind am bequemsten zum Schlafen.

Bobby Pins richtig einsetzen

Die gewellte Seite nach unten (zum Kopf hin), nicht nach oben. So greift die Pin besser im Haar. Pro Victory Roll mindestens 4-5 Pins einplanen. Hochwertige Pins aus dem Friseurzubehör halten deutlich besser als Drogerie-Ware.

Welche Haarlänge braucht man?

Für die meisten 50er-Frisuren reicht schulterlanges Haar. Victory Rolls brauchen mindestens 15 cm Länge. Die Pompadour funktioniert ab 10 cm am Oberkopf. Pin Curls gehen sogar mit kurzem Haar ab 8 cm.

Das passende Outfit zur 50er-Frisur

Eine Frisur allein macht noch keinen 50er-Look. Der Stil lebt von der Kombination: Frisur, Kleidung, Schuhe und Accessoires müssen zusammenpassen. Wer sich für Victory Rolls entscheidet, braucht dazu kein modernes Kleid — sondern ein Petticoat-Kleid oder ein Rockabilly-Kleid.

Lust auf den kompletten Rockabilly-Look? Unser Rockabilly Outfit Guide zeigt Schritt für Schritt, wie du das perfekte Outfit zusammenstellst.

Häufige Fragen zu 50er-Jahre-Frisuren

Wie lange hält eine 50er-Jahre-Frisur?

Victory Rolls und Hochsteckfrisuren halten mit gutem Haarspray einen ganzen Abend (6-8 Stunden). Pin Curls halten ohne Nachstyling 1-2 Tage. Die Pompadour muss morgens frisch gestylt werden.

Kann man 50er-Frisuren mit kurzen Haaren machen?

Ja — der Side-Swept-Bob, Pin Curls und der Flat Top funktionieren auch mit kurzem Haar. Für Victory Rolls und die Pompadour braucht man mindestens 10-15 cm Länge.

Welche Produkte brauche ich?

Mindestausstattung: Haarspray (mittlerer Halt), Bobby Pins, Stielkamm. Für Herren: Pomade. Für aufwändigere Looks: Lockenwickler, Wellenklammern, Texturspray.

Sind 50er-Frisuren schlecht für die Haare?

Pin Curls und Lockenwickler über Nacht sind komplett hitzefrei und damit sehr haarschonend. Föhn und Lockenstab belasten das Haar mehr — aber weniger als tägliches Glätten. Pomade auf Wasserbasis lässt sich rückstandsfrei auswaschen.

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